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Matthias Domaschk Hörsaal

Am Samstag den 5. Dezember fand auf Initiative des Studierendenrates die Umbenennung des Hörsaals im neuen Uni-Forum in "Matthias-Domaschk-Hörsaal" statt. Den Festakt gestalteten die ehemalige DDR-Bürgerrechtlerin Freya Klier, die einen Buchvortrag über Domaschk hielt, gemeinsam mit dem Thüringer Liedermacher Stefan Krawczyk. Zu Beginn der Veranstaltung wurden kurz die Beweggründe des Studierendenrates zur Hörsaalumbenennung vorgestellt, die aus einem Protest gegen die zunehmende Kommerzialisierung der Hochschule gestartet wurde. Zu der Veranstaltung war auch die Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht eingeladen. Sie war Anfang der Siebziger Jahre, wie später auch Matthias-Domaschk, in der Jungen Gemeinde Jena-Stadtmitte, einem Zentrum oppositionellen Widerstands in jena, aktiv.  Frau Lieberknecht konnte leider nicht persönlich am Festakt teilnehmen, ließ aber über ein persönliches Grußwort ihre Anteilnahme ausrichten. Dieses ist nun hier angeführt.

 

Grußwort Matthias Domaschk Hörsaal

 

 

Hintergründe:

Die Umbenennung erfolgte nicht, wie man vielleicht meinen könnten, aufgrund der jubiläumsschwangeren Jahreszeit in der wir uns befinden, sondern schaut bereits auf eine längere Vorgeschichte zurück. Im vergangenen Jahr hielt auch an der Friedrich-Schiller-Universität die Praxis Einzug, Hörsäle und Seminarräume nach Persönlichkeiten und Firmen zu benennen, die sich finanziell um die Hochschule verdient gemacht haben. Dabei wurde der Hörsaal 5 am Ernst-Abbé-Platz nach der Commerzbank benannt. Das Vorhaben rief von Beginn an einigen Unmut bei den Studierenden hervor, da Angesicht der u.a. durch Banken hervorgerufenen Wirtschaftskrise eine weitere Verzahnung von Wirtschaft und Hochschule im Geringsten erwünscht war. Zudem stand zu befürchten, das die Grenze zwischen Wirtschaftskonsument und Bildungsteilnehmer weiter schwindet. Aus den genannten Anlässen startete der StuRa eine Ausschreibung bei der Alternativvorschläge gemacht werden sollten. Dabei setzte sich der Vorschlag den Hörsaal nach Matthias Domaschk zu benennen durch, was von der Geschichtswerkstatt Jena (www.geschichtswerkstatt-jena.de) unterstützt wurde. Da die Universitätsleitung jedoch an ihrem Vorhaben den Hörsaal 5 in Commerzbank-Hörsaal umzubenennen fest hielt, wurde dieser im Mai 2009 vom StuRa nur symbolisch Matthias-Domaschk-Hörsaal getauft. Auf der improvisierten Veranstaltung hielt Dr. Pietzsch von der Geschichtswerkstatt einen Kurzvortrag über Leben und Wirken Domaschks. Er mahnte aber an, dass das Vorhaben aufgrund seiner Wichtigkeit an diesem Punkt nicht stehen bleiben solle. Darum bemühte sich der Studierendenrat bei der Hochschulleitung um eine Kompromisslösung.

Mit dem Hörsaal in der ehemaligen ABF, konnte nun ein würdiger und geschichtsträchtiger Ort für das Vorhaben gefunden werden. Der Festakt stellt dabei einen Höhepunkt der Bemühungen dar, Kritik gegenüber der zunehmenden Praxis der Kommerzialisierung der Hochschulen zu üben. Domaschks Leben und Wirken dient dabei als Mahnung und Aufruf an junge Menschen in Jena, insbesondere natürlich an der Friedrich-Schiller-Universität , vorgefundene Dinge nicht als gegeben hinzunehmen, sondern stets kritisch zu beleuchten und zu hinterfragen.

 

Foto: Sascha Fürtsenberg

 

Foto: Sascha Fürstenberg

 Foto: Sascha Fürstenberg

 

Foto: Sascha Fürstenberg

 

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